Die einzige
Harzer Bergparade

Wie in vielen Orten des Harzes, ist auch in der Umgebung von Bad Suderode der Bergbau umgegangen. Zeugen dafür sind zum Beispiel Namen wie: "Alte Steiger" (Verlän-
gerung der "Nordhäuser Heerstraße") oder "Silbertreppe". Direkt zu sehen, aber nicht zu besichtigen ist das ehe-
malige Bergwerk, einige Schritte hinter der Gaststätte "Felsenkeller", die "Lessinghöhle".
Der jahrhundertealten Bergbautradition gedenkend findet in Bad Suderode am 3. Adventsonntag die einzige Harzer Bergparade statt.
Die Feierlichkeit beginnt in der "Neuen Kirche" mit einer ökumenischen Bergmännischen Weihnachtsandacht. Zu Beginn wird die Schutzpatronin der Bergleute, die "Heilige Barbara" herein getragen und vor dem Altar placiert.
In und um die Bergwerke der früheren Jahrhunderte gab es auch Arbeit für Kinder. Das war für den Lebensunterhalt der einfachen Bergmannsfamilien schon eine Notwendigkeit. Die kleinen Bergknappen sind dann in der Regel auch richtige Bergmänner geworden.
Die Andacht wird dann von der Pastorin und dem Pfarrer wechselsietig und wie zu sehen gemeinsam zelebriert.
Der Zug der teilnehmenden Bergbauvereine führte von der "Neuen Kirche" durch den Ort hinauf zum Kurpark. Hier findet der weihnachtliche Grubenlichtermarkt statt und die Terrassen waren passend zur Bergparade erleuchtet. Die Liste der Berufe, für die die "Heilige Barbara" die Schutzpatronin ist, ist lang. Aber zum Bergbau gehört auch das Hüttenwesen. So ist sie auch die Patronin der Hüttenleute. Links zu sehen die Symbole der Bergleute (Schlägel und Eisen) und rechts der Hüttenleute (Furkel, Glöthaken und Kelle).
Den Abschluß bildet die "bergmännische Aufwartung" gegenüber des Alten Badehauses. Diese geschah früher vor dem Landesherrn, der gleichzeitig auch der oberste Bergherr war und die Schürfrechte verlieh. Heutzutage nehmen unteranderem auf dem Balkon des Alten Badehauses der Oberbürgermeister von Quedlinburg und der Ortsbürgermeister von Bad Suderode (Ortsteil von Quedlinburg) die Aufwartung entgegen.
Die "Heilige Barbara" nimmt wieder eine zentrale Position ein und die Vereine marschieren auf die Terrasse rechts und link der Treppe. Alles wird mit bergmännischer Musik umrahmt.
An der Bergparade 2011 nahmen auch Schüler der "Freien Ganztagsschule" aus Neinstedt teil. Sie hatten in einer Projektwoche einen recht tiefen Einblick in die harte Arbeit der Bergleute erhalten in dem sie unter fachlicher Anleitung von Mitgliedern des hiesigen Harzklub-Zweigvereins an und in der "Lessinghöhle" arbeiten und lernen konnten.